Mobbing am Arbeitsplatz: Ursachen und Folgen

Warum ich dieses Thema anspreche, erstens ist es mir, als Außenseiter, schon mehrere Male passiert, dass ich gemobbt wurde und zweitens kenne ich Menschen, die gemobbt werden.

Es ist ein umfassendes Thema, welches eigentlich eine eigene Internetpräsenz bräuchte, daher kann und möchte ich es hier auch nur anschneiden.

Mobbing ist ein Zerstörungsprogramm, das nicht nur psychische, sondern auch körperliche Schäden verursachen kann.

Diese Handlungen haben oft negative Auswirkungen auf das Arbeits- und Leistungsverhalten der Betroffenen. Mobbing kann den „Krieg am Arbeitsplatz“ bezeichnen: gezielte Erniedrigung des Betroffenen durch offene Anfeindungen, grobe Scherze, Ernüchterungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen, Beleidigungen oder Psychoterror.

Psychische Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz können Depressionen, Angstzustände und psychosomatische Störungen wie Schlaflosigkeit oder Magenschmerzen sein.

  • Angst und Nervosität im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz
  • Verhaltensänderungen wie Rückzug, Isolation oder erhöhte Aggressivität
  • Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder Schlafstörungen
  • Niedriges Selbstwertgefühl, Selbstzweifel und sinkendes Selbstvertrauen
  • Emotionale Instabilität, wie häufige Stimmungsschwankungen
  • Verminderte Arbeitsleistung und Konzentrationsprobleme

Mein erstes Mal, dass ich mit Mobbing konfrontiert wurde, war in der Schule. Das kann ich aber erst heute sagen, da es mir zu diesem Zeitpunkt weder bekannt noch bewusst war. Danach wurde ich in meiner Ausbildung/Lehre gemobbt. Grund dafür war wahrscheinlich meine Schüchternheit und dass ich mich nicht wehren konnte. Da fehlte dann das Testosteron, um mich schlagkräftig (verbal) zu machen.

Eine ganz verständliche Erklärung, was Mobbing definiert, habe ich hier (https://klexikon.zum.de/wiki/Mobbing) gefunden.

Mobbing ist ein Ausdruck dafür, wenn mehrere einem einzelnen das Leben schwer machen. Das kann bedeuten, dass jemand andauernd belästigt, beschimpft oder auf andere Weise geärgert wird. Typisch für Mobbing ist es, etwas Falsches über jemanden zu behaupten, ihn ständig zu kritisieren oder absichtlich nicht mehr mit jemandem zu sprechen.

Es gibt verschiedene Formen des Mobbings. Ich möchte hier auf das Mobbing am Arbeitsplatz eingehen. Ich denke, fast jeder von uns hat das schon mal erlebt oder erlebt es (leider) immer noch.

Aktuell habe ich hier (Referat) einen wirklich bösen Fall von Mobbing unter Kolleginnen. Kurz zusammengefasst, eine Kollegin gönnt der anderen Kollegin den Dienstposten nicht, obwohl die mobbende Kollegin überhaupt nicht den geforderten Abschluss hat, um sich auf den damals ausgeschriebenen Dienstposten zu bewerben. Dieses Mobbing geht seit ca. 4 Jahren und steigerte sich extrem. Die gemobbte Kollegin muss aus dem Grund öfters krank machen, aber da ist es wie eine Spirale, denn gerade, wenn sie krank macht, wird gelästert, da sie nicht vor Ort ist, könnte sie ja nicht die geforderten Arbeiten des Dienstpostens erledigen usw..

Das Allerschlimmste ist, die mobbende Kollegin hat solch eine „Anziehungskraft“, dass sie alle im Referat arbeitenden Kolleginnen mit an sich zieht und man gemeinsam mobbt. Die Referatsleitung ist sich dessen bewusst, hat aber bisher nichts dagegen unternommen.

Die Mitarbeiterinnen arbeiten seit vielen Jahren zusammen, aber eine gönnt der anderen nichts. Seitdem ich dort arbeite und mit der gemobbten Kollegin gut klarkomme, wird das Mobbing auch auf mich ausgeweitet. Ich muss dazu sagen, ich arbeite nicht mit dem Personenkreis zusammen, habe andere Aufgaben. Es kam eine neue Kollegin hinzu, ich kam mit dieser gut klar, sie hat im Einzugsgebiet der mobbenden Kollegin angefangen.

Muss ich noch viel dazu sagen?

Es ist wie überall, willst du dazu gehören musst du etwas tun, sie tat es.

Ich wehrte mich dagegen, bin nun der „s.B.“ im Referat. Selbst die Gleichstellungsbeauftragte im Referat ist nicht unvoreingenommen, sondern bläst in das Mobbinghorn. Es war schon extrem heftig, für mich, auch ich habe dadurch psychosomatische Probleme bekommen und diese gehen auch nicht weg, wenn man die ein oder andere Mitarbeiterin nicht sieht (Homeoffice, Anwesenheitstage im Referat). Man vertraute jemanden, mal wieder, musste feststellen, es war eine abgekartete Sache um dazuzugehören, wie schon viel zu oft in meinem beruflichen Alltag. Ihr könntet sagen, lern endlich daraus und vertraue niemanden mehr, leider kann ich das nicht. Ich sehe immer das Gute im Menschen und bin dadurch manchmal naiv.

Aber ein gutes hat es, auch wenn ich jetzt gemobbt werde, ich habe erreicht, dass sich auch die Referatsleitung mit dem Thema Mobbing beschäftigt und auch die seit vier Jahren gemobbte Kollegin ist über ihren Schatten gesprungen und wir haben gemeinsam das Thema in den Personalrat gebracht.

Vielleicht kann man ja die anderen Mitarbeiterinnen für dieses Thema sensibilisieren, eins glauben wir aber beide nicht, dass sich die Hauptmobberin ihrer Schuld bewusst wird, dazu ist sie zu verbittert. Und noch dazu hat man ihr seit ca. 20 Jahren freie Hand gelassen und sie nie zur Rechenschaft gezogen.

Schwerbehinderung/Behinderung

Ich bin der Ansicht, dass dies eine Behinderung bzw. auch Schwerbehinderung darstellt. Ich bin in einer Telegram-Gruppe, welche sich auch mit diesem Thema beschäftigt.

Dort gehen die Meinungen auseinander, für den Einen stellt nur die Chromosomenveränderung keine Schwerbehinderung dar, die daraus resultierenden Erkrankungen aber schon.

Wenn es Erkrankungen durch die Chromosomenveränderung, dem Klinefelter Syndrom gibt, warum meinen dann einige es wäre keine Schwerbehinderung/Behinderung?

Mein Klinefelter Syndrom wurde bei mir im Alter von 51 Jahren erst entdeckt und auch nur weil ich mir Gedanken gemacht hatte, wieso ich anders ticke.

Ich hatte z.B. Hemmungen mich klar und vernünftig auszudrücken, meine schulischen Leistungen waren immer so im Mittelfeld, meist schlechter, aber nicht, weil ich nicht wollte, ich konnte meist nicht in der vorgegebenen Zeit agieren und hatte Hemmungen dies meinen Lehrern zu sagen.

Man könnte jetzt denken, na ja, eine Lernschwäche (umgangssprachlich) stellt noch lange keine Behinderung dar, aber es entwickelte sich ja erst alles durch die nicht rechtzeitig erkannte Chromosomenveränderung und der damit ausgeblieben Zugabe von Testosteron.

Hätte ich rechtzeitig mit der Testosteron Therapie beginnen können, z.B. in der Jugend, wären einige psychische Auffälligkeiten wie z.B. meine Zurückgezogenheit, die Angst etwas falsch zu machen, die Interaktion mit Gleichaltrigen oder auch nur das Alleinsein nicht so heftig oder gar nicht in Gewicht gefallen.

Auf all diese Eigenarten hätte ich gern verzichten können. Diese Sachen haben mich wirklich in meiner Entwicklung schwer behindert.

Vielleicht kann man nicht alle Männer, welche das Klinefelter Syndrom haben, über einen Kamm scheren. Aber man kann auch nicht sagen, das Klinefelter Syndrom wäre keine Behinderung bzw. Schwerbehinderung. Man muss jeden einzelnen Fall mit seiner eigenen Komplexität bewerten und danach kann man erst in die ein oder andere Richtung blicken.

Leider sieht das im wahren Leben anders aus. Es gibt bedauerlicherweise immer noch keine weitreichenden Studien zum Klinefelter Syndrom, die meisten Studien kommen aus den USA.