der Tag nach Diagnosestellung.
Am 14.05.2018 habe ich die Diagnose erhalten. Es hat mich unbewusst doch seelisch mitgenommen und ich war anfälliger gegen Stress, als ich es selbst annahm.
Ich war zu dem Zeitpunkt in einer Firma als Bausachverständiger eingestellt, Aufgabe war es, die Angebote zu prüfen, welche den verschiedenen Versicherungen vorgelegt wurden, wenn ein Haftpflichtschaden am Haus, an der Wohnung entstanden ist. Wir mussten schauen, ob man Einsparungen von bis zu 70 % machen kann, wenn man z. B. eine billigere Farbe für innen nimmt (z. B. bei einem Wasserschaden).
Man wurde nicht eingearbeitet, der Teamleiter war ein Narzisst und war als Gesellschafter an der Firma beteiligt. Wahrscheinlich war er auch alkoholabhängig, es roch ziemlich nach dieser Droge, wenn man allein mit ihm im Raum war.
Ich versuchte den anvertrauten Job, ohne Hilfestellungen zu meistern, was mir nicht gelang, wie auch so was hatte ich noch nie gemacht. Irgendwann um den 20.05.2018 herum gab es eine Aussprache mit dem Teamleiter, nennen wir ihn beim Namen Herr Herzog.
Vorausgegangen war, dass ich für einen bestimmten Kunden etwas im Internet recherchierte (glaube es ging um die Raumtrocknung). Er meinte zu mir, dass ich das doch endlich wissen müsste, welche Raumtrockner, welche Leistungen bringen. Dem war natürlich nicht so, dem Gendefekt hab ich das zu verdanken, ich kann mir manche Sachen nicht so schnell merken, ich benötige mehr Zeit, Kurzzeitgedächtnis. Sicher habe ich es mir damals aufgeschrieben, aber das ist eine andere Eigenart.
Er kam auf mich zu und meinte, ich solle mit ihm in den Nebenraum gehen, dort angekommen ist er „explodiert“. Er hat mich angeschnauzt und erklärt, dass ich nach 5 Tagen endlich alles, was wichtig ist, wissen müsste, und die Raumtrocknung käme ja nicht zum ersten Male vor.
Da ich aber keine Emotionen lesen kann, musste ich lachen (ich stellte mir seinen Kopf als Dampfkessel vor, der kurz vor der Explosion stand und heißer Dampf kam ihm aus den Ohren).
Das setzte dem Ganzen die Krone auf und ich solle doch nach Hause gehen. Was ich nicht tat, sondern bis zum Ende der Schicht blieb.
In der darauf folgende Nacht konnte ich nicht schlafen, habe mich hin und her gewälzt, am Morgen war ich fix und fertig. Ich ging zum Arzt, komischerweise hatte ich auch, seit dem ich dort anfing, Magenprobleme (Gastritis), die sich in der Nacht verschlimmerten. Nun wurde krankgeschrieben und wie immer kam irgendwann die Kündigung. Meine Magenprobleme waren dann nach ca. 3 Monaten verschwunden, die Ärzte haben nichts festgestellt.
Da der Hausarzt nicht so lange krankschreiben kann, bin ich dann zu einem Psychiater und habe ihr mein Problem erzählt. Geholfen hat sie mir nicht, nur den Krankenschein immer 4 Wochen verlängert. Natürlich wollte sie mir Antidepressiva aufschreiben, was ich aber nicht wollte.
Ich fiel also in ein riesiges Loch und musste allein damit klarkommen. Nein, ich will nicht lügen, ganz allein bin ich nicht, meine Frau steht voll und ganz hinter mir. Obwohl sie mir im Speziellen nicht helfen kann, aber sie ist da und das nun schon seit 2005 🙂
