An eigenen Kindern habe ich eigentlich nie wirklich Interesse gezeigt. Ich denke dies ist sicher auch geschuldet, dass ich meist Einzelkämpfer war, auch im Kindergarten, in der Schule oder in der Lehre. Mit Gleichaltrigen hatte ich nie was am Hut. Hatte zwar einen Bruder, er war aber 15 Jahre älter als ich und schon mit 19 ausgezogen, da war ich gerade mal 4.
Das erste Mal in Kontakt mit diesem Thema bin ich bei meiner ersten festen Freundin gekommen. Sie war Kinderbetreuerin in einem Kinderheim in der ehemaligen DDR, das Hilde Coppi Heim in Schleusingen. Die Kinder waren zwischen einem halben Jahr und 5 Jahren alt. Sie hatte dort gleich nach ihrer Lehre, in Bad Liebenstein, gearbeitet, also schon ca. 3 Jahre bevor ich sie kennenlernte. Die jüngsten hatten es ihr angetan, ab und an habe ich sie auch mal vom Kinderheim abgeholt und kam dadurch mit den kleinsten in Berührung. Meine ehemalige Freundin, Elke, wollte aber nie Kinder haben. Sie hat sich zwar aufgeopfert für die dortigen Kinder und ist oft länger geblieben, wenn etwas war, aber selbst Kinder zu haben kam nicht in Betracht.
Also nahm sie die Pille und hat auch immer sehr aufgepasst, dass da nix schiefgeht. Anstrengend für mich, aus heutiger Sicht wäre es nicht nötig gewesen und man hätte viel mehr Spaß haben können.
Dann 2005 erschien eine andere Frau in meinem Leben, sie ist weit jünger als ich. Ich war 38 und sie 23, sie wollte Kinder. Am Anfang noch nicht, sie hat die Pille nicht vertragen, also passte ich auf. Nach ca. 4 Jahren wollten wir dann Kinder und probierten vieles aus, nichts klappte. 2011 waren wir in einem Kinderwunschzentrum in Erfurt und wurden beide getestet, um herauszufinden, an wem es liegt.
Es lag an mir, es wurde aber lediglich herausgefunden, dass meine Spermien zu langsam waren bzw. kaum mobile Spermien vorhanden waren. Um denen zu helfen, die vorhanden waren, wurde mir Nebido verabreicht. Uns wurde auch erklärt, wie es mit einer künstlichen Befruchtung funktioniert und wie teuer das werden könnte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch nicht verheiratet, uns wurde erklärt nach einer Eheschließung würde der Staat die Hälfte der Kosten übernehmen.
2013 haben wir geheiratet, natürlich nicht wegen der künstlichen Befruchtung, sondern aus Liebe. In den darauffolgenden Jahren kamen einige Ereignisse auf uns zu, dass wir das mit der künstlichen Befruchtung erst mal hinten anstellten. 2018 dann wollten wir loslegen, bis dahin hatten sich die Gesetze so verändert, dass der Staat nichts mehr dazu gibt und wir die Kosten von mehreren 1000 Euro selbst hätten zahlen müssen.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann noch meine Diagnose Klinefelter Syndrom bekommen und war wie ganz oft in meinem Leben, arbeitslos. Meine Frau als Alleinverdiener knapp über Mindestlohn hätte das nicht stemmen können. So hat sich das mit den Kinderkriegen leider in Luft aufgelöst.
Ich bin mir immer noch unsicher, ob meine Frau mit dem Thema abgeschlossen hat, sicher jetzt von Alter her schon. Und auch jetzt nach 20 Jahren, die wir uns kennen und unsere Beziehung und unser Leben führen so wie wir es wollen, da würden Kinder nicht hereinpassen. Außerdem müssten sie sich mit unseren Katzen verstehen 😉
