Mein Arbeitsleben – Zalando

2012

Ich war bei Zalando tätig, in der Phase des Neuaufbaus in Erfurt, 17-20 km Fußmärsche auf Betonfußboden im 3 Schicht Rhythmus.

Vorausgegangen war eine Trainingsmaßnahme, gesponsert von der Bundesagentur für Arbeit, Erfurt. Diese ging vom 13.08.2012 bis 24.08.2012 in einer Halle des TÜV Rheinland und umfasste 80 Trainingsstunden. In dieser Halle stand ein großes Förderband, wie man es bei verschiedenen Versandhändlern im Fernsehen manchmal sieht. Dann gab es eine Ecke, dort standen Regale mit leeren Schuhkartons und eine weitere Ecke, nennen wir es „Station“, mit leeren Kartons und Füllmaterial. Wir waren ca. 30 Leute und wurden in kleine Gruppen aufgeteilt, damit in jeder Station angelernt werden konnte.

Am ersten Tag wurden wir mit den ganzen Gepflogenheiten bei Zalando „gefüttert“, am Nachmittag durfte ich dann schon mal in der Regal-Station die leeren Schuhkartons einsortieren. Diese mussten mit Augenmaß ausgerichtet werden, es sah aus wie eine Steinwand, ein Karton auf dem anderen, ohne dass er einen Millimeter vom anderen abwich. Nach und nach durchlief man alle Stationen, Schuhregal, Verpackung, Qualitätskontrolle, Versandt. In 80 Unterrichtsstunden habe ich gelernt, wie man Waren in einen Karton packt, ohne dass die Seiten des Kartons ausbeulten bzw. wenn zu wenig Füllmaterial drin war, der Karton in sich zusammenfiel. Ich möchte noch erwähnen, ich habe davor schon ganz oft Dinge auf einer Onlineplattform verkauft, welche ich dem Käufer zugesendet habe. Da gab es keine Probleme. Diese Maßnahme hat meinem Vermittlungsbudget ca. 8000 € gekostet.

Dafür haben wir dann auch noch eine Teilnahmebescheinigung erhalten.

Die Arbeit an sich war absolutes unteres Niveau – Scanner nehmen, Wagen schnappen und durch die Gänge laufen. Am Tag eine gewisse Anzahl an Wagen füllen. Wenn keine Arbeit da war (Aufbauphase), mussten die Schuhkartons in den Regalen so gestapelt werden, als wären sie mit dem Lot und Lineal vermessen worden. 3 Monate habe ich geschafft, dann ein Taubheitsgefühl im linken Oberschenkel, in dem Bein hatte ich 2009 eine Thrombose, Auswirkungen des Klinefelter Syndroms. Krankgeschrieben wurde ich 2 Wochen und gleich nach den ersten 3 Tagen kam eine ordentliche Kündigung. Marktwirtschaft eben!