Hier werde ich ab heute Ereignisse, Gegebenheiten und Emotionen, welche in meinem Leben eine Rolle spielen, hinterlassen bzw. anzeigen und aufschreiben.
10.09.2025
Wie ihr wisst, kann ein Mann mit dem Klinefelter Syndrom ganz oft Emotionen des Gegenübers nicht erkennen geschweige denn richtig interpretieren, wie immer ist das nur meine Erfahrung, da nicht alle Klinefelter-Männer gleich sind.
Wie es zu der Mediation gekommen ist, steht in einem anderen Beitrag auf meiner Webseite.
Ich habe leider die „Gabe“ Emotionen bei anderen nicht zu erkennen und bin dadurch in eine „Falle“ getreten. Dies hat man mir wieder vor Augen geführt als wir am 10.09.2025 eine Mediation im Referat hatten. Die Kollegin hat die für Sie anstößigen WhatsApp Nachrichten in den Raum geworfen, für mich sind das keine übergriffigen Sätze. Es sind Nachrichten, welche ich meinen guten Freunden und Bekannten auch genauso schreibe, aber hier besteht der Vorteil, sie haben sich mit meinem Gendefekt und den damit verbundenen Eigenheiten meiner Person auseinandergesetzt, was ich nicht von einem Referat mit 14 Leuten verlangen kann.
Obwohl ich auch der Kollegin anfänglich gesagt und geschrieben habe, sie solle sich mit dem Klinefelter Syndrom mal beschäftigen. Hat sie nicht, muss sie auch nicht, sagte sie in der Mediation, dann mich aber auf eine Stufe mit „Normalo-Männern“ zu stellen, finde ich persönlich arrogant und nicht kollegial. Es kommen immer wieder Sätze wie „Der versteckt sich doch nur hinter seiner Krankheit.“ oder „Der soll doch sagen, dass er es so gemeint hat, wie ich (die Kollegin) es empfunden habe.“ Dazu muss ich noch sagen, ich hatte ihr ein Kinderbuch auf den Schreibtisch in ihrem Büro gestellt, weil ich dachte, es wäre „Freundschaft“, dass muss der Auslöser gewesen sein.
Ab dem Zeitpunkt werde ich ab wertig mit „Der“ oder „Er“ betitelt und nicht mit meinem Namen.
Es ist wie es ist, eine extrem eingefahrene Situation und ich denke mal auch durch eine Mediation nicht zu entfädeln. Die anderen Frauen im Referat können sich zwar in manche Menschen hineinversetzen (meist nur in ihr eigenes Geschlecht), aber wenn mal jemand einen außergewöhnlichen Gendefekt mit anderen, ich nenne es mal „Gehirnstrukturen“ hat, eben nicht. Dann wird man immer wieder so hingestellt, als würde man das Opfer sein wollen. Ich war, als ich nicht wusste, dass ich die Mosaikform des Klinefelter Syndrom habe, ganz oft das Opfer, will ich nicht mehr sein. Die Kolleginnen sehen mich immer nur als normalen Mann und bei den normalen Männern haben die wahrscheinlich nur sexistische Eigenschaften.
In der Nacht nach der Mediation konnte ich kaum schlafen, habe mich hin und her geworfen, den nächsten Tag musste ich halb 8 zum Zahnarzt, war ein Krampf.
Ich habe aber auch aus der Mediation (1.Teil) eine Selbstreflexion machen können und weiß jetzt, was ich im Referat unterlassen muss. Es dürfen nur Freundschaften entstehen mit jemanden, der sich wirklich für mein „Anderssein“ interessiert und sich einen Überblick verschafft, alles andere kann nichts werden.
26.09.2025
Gestern hatte ich einen Facharzttermin bei meinem Endokrinologen im MVZ Bad Berka, dort gehe ich einmal im Jahr hin. Es wird Blut genommen und die für mich wichtigen Werte werden kontrolliert, die Auswertung erfolgt dann über meinen Hausarzt.
Ich bin sehr gespannt, wie die Werte dieses Jahr aussehen, im letzten Jahr hatte ich am Untersuchungstag und ca. bis 2 Wochen davor kein Testosteron genommen. Folgender Grund führte dazu, ich hatte 2 Wochen vor dem Termin 2024 eine VTV, meine Vermutung war damals seelischer Stress und eine zu hohe Dosis Testosteron. Testosteron verdickt das Blut und da wir KSler nun mal engere Venen haben kann da eine Thrombose eher entstehen. Der Wert war 2024 bei 3,1 ng/ml für meinen Endokrinologen ok, für mich eher nicht. Zurzeit nehme ich das Testogel, und zwar einen Beutel täglich früh, außer wenn ich denke, ich brauche etwas mehr, wenn Referatsbesprechungen z.B. sind und ich mehr Power und Widerstandskraft brauche, nehme ich auch mal zwei Beutel am Tag. So wie gestern, da habe ich 2 Beutel aufgetragen und ca. 4 Stunden später war die Blutentnahme.
Alles in allem war es ein aufschlussreiches Gespräch und ich konnte meine Flyer und Kärtchen vom Verein DKSV gut „verkaufen“. Der Herr Professor sagte mir das es schön ist wieder neues Material in die Hände zu bekommen, scheinbar gibt es vom Gesundheitsministerium oder von anderen Einrichtungen nicht viel bzw. nichts zum Thema Klinefelter Syndrom.
Ich kann es nur immer wieder sagen, jeder der hier mitliest, macht Euch kundig. Wir sind auf dem Mond gelandet, wollen bemannt zur Venus fliegen, aber die Erforschung des Menschen, mit seinen Eigenarten und den vielen Krankheiten, da stecken wir ganz oft noch in den Kinderschuhen. Aber ich schweife schon wieder ab, typisch KSler 😉
16.12.2025
Ja, lange nicht hier gewesen. Es ist viel passiert in den letzten Wochen.
Unser Kater Paul war seit Juni immer mal wieder in tierärztlicher Behandlung, es wurde eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt und schlechte Zähne. Er ist eine reine Wohnungskatze und jetzt ca. 12 Jahre alt, wenn die Vorbesitzerin uns vor 8 Jahren richtig informiert hat. Es waren schwere Wochen für uns (mich, nah am Wasser). Es gab immer mal wieder Höhen und Tiefen, am 05.12.2025 wurde er dann unter Vollnarkose den schlechten Zähnen beraubt. Er hat das alles richtig gut weggesteckt und freut sich jetzt wieder seines Lebens, aber es war ein steiniger Weg. Kommt mir doch bekannt vor 😉
Dann habe ich im November, als es mal so kalt war in meinem Schrebergarten, einen kleinen Igel gefunden. Er saß im Futternapf der Katzen, hätte eigentlich schlafen müssen um diese Zeit und war noch sehr klein. Hab ihn eingepackt und mit nach Hause genommen, er wog nur 200 Gramm und es ist eine kleine Sie. Nachdem wir uns in der Igelstation in Weimar informiert hatten und gesagt bekommen haben, die Station in Kappelendorf wäre bis unters Dach voll, haben wir uns entschlossen, sie selbst aufzupäppeln, und es funktioniert, sie hat jetzt schon gute 500 Gramm, kann also bald ihren Winterschlaf bei uns im Keller machen.
Eine schlimme Nachricht erreichte mich Ende September. Mein Bruder ist am 10.12.2024 plötzlich und unerwartet verstorben. Da wir seit dem Tod meines Vaters 2016 keinen Kontakt mehr hatten, war es ein Wunder, dass mich die Nachricht überhaupt erreicht hat. Der Zufall spielte hierbei eine große Rolle. Mein Bruder war 15 Jahre älter als ich, also 72 zum Todeszeitpunkt. Es war ein großer Schock. Ich hatte mir die letzten Jahre immer vorgenommen, ihn und seine Familie in Hamburg zu besuchen. Aber entweder hatte ich keine Arbeit und dadurch keine Kohle, oder ich habe es verschoben, weil wir eh kaum Kontakt hatten, bei 15 Jahren Altersunterschied. Nun weiß ich aber, dass meine Schwägerin und mein Neffe wieder in Sachsen-Anhalt wohnen und ich nur eine Stunde Fahrzeit habe, um sie zu besuchen.
Im Referat läuft es wie immer, kaum Kontakte mit den anderen, will ich auch nicht mehr, nach der übertriebenen Reaktion der Kolleginnen. Aber ich musste feststellen, dass das Referat jetzt mindestens 4 Ärzte und Ärztinnen hat, welche mir erklären, wollen, was für mich das Beste ist und wie ich auf verschiedene Situationen reagieren darf.
