Zeiten des Umzuges/Umbruches (1993 – 1996)

1993 begann ich eine Umschulung zum Trockenbaumonteur und habe diese tatsächlich abgeschlossen. Ich denke, der Grund war hier, ich fand unter den Umschülern Menschen, mit denen ich gut konnte und sie mich so nahmen wie ich war. In dieser Zeit war alles anders als die Jahre bis 1990, man konnte irgendwie machen, was man wollte ohne Angst. Es gab alles, was man vorher nur aus dem Westfernsehen kannte, die Schokolade schmeckte „besser“.

1995 im August beendete ich meine Umschulung zum Trockenbaumonteur, fand dann über die Agentur für Arbeit eine Stelle bei der Firma Bausanierung KMK Suhl GmbH. Die Firma hat in Leipzig alte Gründerhäuser saniert, da kam ich das erste Mal mit dem Begriff „Montage“ in Berührung. Am Anfang war es ganz schön, ich war 28. Wir hatten in einem Haus eine Wohnung mit 5 Zimmern, Küche, Bad. Wir fuhren am Montag um 6 Uhr von Suhl los und waren ca. um 8 auf der Baustelle, dort wurde meist bis 19 Uhr gearbeitet, dann eingekauft, das Wichtigste war Bier, billiges natürlich und wer noch kauen konnte nahm sich Brot, Käse, Wurst mit. Da waren Gestalten dabei, jetzt im Nachhinein kommt mir das Grauen, einen mussten wir mit Klamotten unter die Dusche stellen, damit er nicht mehr so stank. Ein anderer, er war gerade mal 22, konnte ohne 2 Flaschen Jägermeister am Abend nicht ins Bett und den nächsten Tag nicht aufs Dach, er war Dachdecker. Im November 1995 dann bekam unser Chef einen Auftrag, um die Fenster im Ringberghotel in Suhl zu wechseln. Es war ein Knochenjob, die alten DDR Fenster hatten schon ein extremes Gewicht, aber die neuen Fenster erst, wir hatten keine Hilfsmittel außer ein paar Seile und Manneskraft. Die Firma hat an jeder Ecke gespart, um den höchstmöglichen Gewinn zu machen. Am 06.12.1995 bekam ich die Kündigung wegen schlechter Auftragslage.

Am 02.05.1996 begann ich für eine Zeitarbeitsfirma mit dem imposanten Namen „Einstieg gemeinnützige Arbeitnehmerniederlassung in der Technologie & Marketing Akademie gGmbH“ in Suhl zu arbeiten. Dort gab es weder eine Sekretärin und ein Büro, nur einen Chef Bernd Kreußel. Ich wurde an unterschiedlichste Baufirmen vermittelt, mal eine Woche, mal 4 Wochen, mal einen Tag. Ich durfte überall das machen, was niemand freiwillig macht. Z.B. tagelang nur schleifen oder nur Dämmung in die Sparren legen und immer wieder neue Menschen. Es war zu viel für mich, ich wollte nicht mehr und bin einfach nicht mehr hingegangen, dann gekündigt. Die Kündigung kam am 28.04.1997, zum 13.05.1997. Am 16.09.1997 gab es erneut einen Arbeitsvertrag bei einer Zeitarbeitsfirma (GeAT), dann eine Kündigung zum 08.02.1998