Ein zusätzliches X – Ein Kurzkrimi

Ich bin gerade dabei, eine Geschichte über eine für mich aufregende Zeit zu schreiben. Die Geschichte fängt am 01.09. um 08:00 Uhr an. Das Jahr wird hier noch nicht verraten. Es wird „fiktiv“ sein.

Es gibt schon die ersten Kapitelüberschriften. Teilweise sind auch schon Kapitel begonnen.

Hier mal einige Überschriften:

  • Das Grauen kündigt sich nicht an;
  • Der Fluch der Barmherzigkeit;
  • Heute, Morgen, Gestern;
  • Die Puppe mit den zwei Gesichtern;
  • Das Nadelkissen;

Bisher sind es 9 Kapitel.

Am besten immer mal hereinschauen, ich kann leider noch nicht sagen, wann es so weit ist. Ihr wisst alle selbst, die Zeit muss passen, die Inspirationen müssen da sein, es muss einfach fließen.

Mobbing am Arbeitsplatz: Ursachen und Folgen

Warum ich dieses Thema anspreche, erstens ist es mir, als Außenseiter, schon mehrere Male passiert, dass ich gemobbt wurde und zweitens kenne ich Menschen, die gemobbt werden.

Es ist ein umfassendes Thema, welches eigentlich eine eigene Internetpräsenz bräuchte, daher kann und möchte ich es hier auch nur anschneiden.

Mobbing ist ein Zerstörungsprogramm, das nicht nur psychische, sondern auch körperliche Schäden verursachen kann.

Diese Handlungen haben oft negative Auswirkungen auf das Arbeits- und Leistungsverhalten der Betroffenen. Mobbing kann den „Krieg am Arbeitsplatz“ bezeichnen: gezielte Erniedrigung des Betroffenen durch offene Anfeindungen, grobe Scherze, Ernüchterungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen, Beleidigungen oder Psychoterror.

Psychische Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz können Depressionen, Angstzustände und psychosomatische Störungen wie Schlaflosigkeit oder Magenschmerzen sein.

  • Angst und Nervosität im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz
  • Verhaltensänderungen wie Rückzug, Isolation oder erhöhte Aggressivität
  • Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder Schlafstörungen
  • Niedriges Selbstwertgefühl, Selbstzweifel und sinkendes Selbstvertrauen
  • Emotionale Instabilität, wie häufige Stimmungsschwankungen
  • Verminderte Arbeitsleistung und Konzentrationsprobleme

Mein erstes Mal, dass ich mit Mobbing konfrontiert wurde, war in der Schule. Das kann ich aber erst heute sagen, da es mir zu diesem Zeitpunkt weder bekannt noch bewusst war. Danach wurde ich in meiner Ausbildung/Lehre gemobbt. Grund dafür war wahrscheinlich meine Schüchternheit und dass ich mich nicht wehren konnte. Da fehlte dann das Testosteron, um mich schlagkräftig (verbal) zu machen.

Eine ganz verständliche Erklärung, was Mobbing definiert, habe ich hier (https://klexikon.zum.de/wiki/Mobbing) gefunden.

Mobbing ist ein Ausdruck dafür, wenn mehrere einem einzelnen das Leben schwer machen. Das kann bedeuten, dass jemand andauernd belästigt, beschimpft oder auf andere Weise geärgert wird. Typisch für Mobbing ist es, etwas Falsches über jemanden zu behaupten, ihn ständig zu kritisieren oder absichtlich nicht mehr mit jemandem zu sprechen.

Es gibt verschiedene Formen des Mobbings. Ich möchte hier auf das Mobbing am Arbeitsplatz eingehen. Ich denke, fast jeder von uns hat das schon mal erlebt oder erlebt es (leider) immer noch.

Aktuell habe ich hier (Referat) einen wirklich bösen Fall von Mobbing unter Kolleginnen. Kurz zusammengefasst, eine Kollegin gönnt der anderen Kollegin den Dienstposten nicht, obwohl die mobbende Kollegin überhaupt nicht den geforderten Abschluss hat, um sich auf den damals ausgeschriebenen Dienstposten zu bewerben. Dieses Mobbing geht seit ca. 4 Jahren und steigerte sich extrem. Die gemobbte Kollegin muss aus dem Grund öfters krank machen, aber da ist es wie eine Spirale, denn gerade, wenn sie krank macht, wird gelästert, da sie nicht vor Ort ist, könnte sie ja nicht die geforderten Arbeiten des Dienstpostens erledigen usw..

Das Allerschlimmste ist, die mobbende Kollegin hat solch eine „Anziehungskraft“, dass sie alle im Referat arbeitenden Kolleginnen mit an sich zieht und man gemeinsam mobbt. Die Referatsleitung ist sich dessen bewusst, hat aber bisher nichts dagegen unternommen.

Die Mitarbeiterinnen arbeiten seit vielen Jahren zusammen, aber eine gönnt der anderen nichts. Seitdem ich dort arbeite und mit der gemobbten Kollegin gut klarkomme, wird das Mobbing auch auf mich ausgeweitet. Ich muss dazu sagen, ich arbeite nicht mit dem Personenkreis zusammen, habe andere Aufgaben. Es kam eine neue Kollegin hinzu, ich kam mit dieser gut klar, sie hat im Einzugsgebiet der mobbenden Kollegin angefangen.

Muss ich noch viel dazu sagen?

Es ist wie überall, willst du dazu gehören musst du etwas tun, sie tat es.

Ich wehrte mich dagegen, bin nun der „s.B.“ im Referat. Selbst die Gleichstellungsbeauftragte im Referat ist nicht unvoreingenommen, sondern bläst in das Mobbinghorn. Es war schon extrem heftig, für mich, auch ich habe dadurch psychosomatische Probleme bekommen und diese gehen auch nicht weg, wenn man die ein oder andere Mitarbeiterin nicht sieht (Homeoffice, Anwesenheitstage im Referat). Man vertraute jemanden, mal wieder, musste feststellen, es war eine abgekartete Sache um dazuzugehören, wie schon viel zu oft in meinem beruflichen Alltag. Ihr könntet sagen, lern endlich daraus und vertraue niemanden mehr, leider kann ich das nicht. Ich sehe immer das Gute im Menschen und bin dadurch manchmal naiv.

Aber ein gutes hat es, auch wenn ich jetzt gemobbt werde, ich habe erreicht, dass sich auch die Referatsleitung mit dem Thema Mobbing beschäftigt und auch die seit vier Jahren gemobbte Kollegin ist über ihren Schatten gesprungen und wir haben gemeinsam das Thema in den Personalrat gebracht.

Vielleicht kann man ja die anderen Mitarbeiterinnen für dieses Thema sensibilisieren, eins glauben wir aber beide nicht, dass sich die Hauptmobberin ihrer Schuld bewusst wird, dazu ist sie zu verbittert. Und noch dazu hat man ihr seit ca. 20 Jahren freie Hand gelassen und sie nie zur Rechenschaft gezogen.

Schwerbehinderung/Behinderung

Ich bin der Ansicht, dass dies eine Behinderung bzw. auch Schwerbehinderung darstellt. Ich bin in einer Telegram-Gruppe, welche sich auch mit diesem Thema beschäftigt.

Dort gehen die Meinungen auseinander, für den Einen stellt nur die Chromosomenveränderung keine Schwerbehinderung dar, die daraus resultierenden Erkrankungen aber schon.

Wenn es Erkrankungen durch die Chromosomenveränderung, dem Klinefelter Syndrom gibt, warum meinen dann einige es wäre keine Schwerbehinderung/Behinderung?

Mein Klinefelter Syndrom wurde bei mir im Alter von 51 Jahren erst entdeckt und auch nur weil ich mir Gedanken gemacht hatte, wieso ich anders ticke.

Ich hatte z.B. Hemmungen mich klar und vernünftig auszudrücken, meine schulischen Leistungen waren immer so im Mittelfeld, meist schlechter, aber nicht, weil ich nicht wollte, ich konnte meist nicht in der vorgegebenen Zeit agieren und hatte Hemmungen dies meinen Lehrern zu sagen.

Man könnte jetzt denken, na ja, eine Lernschwäche (umgangssprachlich) stellt noch lange keine Behinderung dar, aber es entwickelte sich ja erst alles durch die nicht rechtzeitig erkannte Chromosomenveränderung und der damit ausgeblieben Zugabe von Testosteron.

Hätte ich rechtzeitig mit der Testosteron Therapie beginnen können, z.B. in der Jugend, wären einige psychische Auffälligkeiten wie z.B. meine Zurückgezogenheit, die Angst etwas falsch zu machen, die Interaktion mit Gleichaltrigen oder auch nur das Alleinsein nicht so heftig oder gar nicht in Gewicht gefallen.

Auf all diese Eigenarten hätte ich gern verzichten können. Diese Sachen haben mich wirklich in meiner Entwicklung schwer behindert.

Vielleicht kann man nicht alle Männer, welche das Klinefelter Syndrom haben, über einen Kamm scheren. Aber man kann auch nicht sagen, das Klinefelter Syndrom wäre keine Behinderung bzw. Schwerbehinderung. Man muss jeden einzelnen Fall mit seiner eigenen Komplexität bewerten und danach kann man erst in die ein oder andere Richtung blicken.

Leider sieht das im wahren Leben anders aus. Es gibt bedauerlicherweise immer noch keine weitreichenden Studien zum Klinefelter Syndrom, die meisten Studien kommen aus den USA.

Testosterontherapie

Seit nun mehr knapp 3 Jahren nehme ich Testogel 50 mg im Beutel. Ich kann jetzt endlich meine gemachten Erfahrungen teilen. Es war für mich sehr schwer, die richtige Dosis zu finden, mein jetziger Urologe kennt sich nicht wirklich mit dem Klinefelter Syndrom aus, noch dazu, wo ich diese tolle Sonderform (Mosaik 89 % 47 XXY, 11 % 46 XY) habe. Das ist jetzt schon der/die fünfte Urologe/Urologin in und um Erfurt, welchen ich besuche.

Ich schaue auch immer mal wieder in eine spezielle WhatsApp-Gruppe von der deutschen Klinefelter-Syndrom Vereinigung e.V. Es gibt dort eine Menge Input zum Klinefelter Syndrom. Manchmal stehen auch Werte dabei, wie viel jemand an Testosteron nimmt. Dann habe ich dies bei mir im Selbstversuch ausgetestet, leider hatte dies einen negativen Verlauf, ich nahm zu viel, mein Blut verdickte sich und da bin ich als KSler nun mal anfällig. Als Folge bekam ich meine 2. Thrombose im linken Unterschenkel + 2 kleine Lungenembolien. Auch wurden meine Wesenszüge ziemlich machohaft, meinem Empfinden nach. Bei einem Blutbild, Anfang Juni, meiner damaligen Hausärztin (Allgemeinmedizin) sahen meine Blutwerte folgendermaßen aus.

Blutbild

Zu dieser Zeit nahm ich am ersten Tag einen Beutel 5 g mit 50 mg Testosteron, am zweiten Tag 2 Beutel und das dann immer abwechselnd.

Nach Thrombose und Lungenembolie führte mich mein Weg zu einem neuen Hausarzt, einem Angiologen und im Nachgang endlich auch zu einem Endokrinologen, welcher sich gut mit dem Klinefelter Syndrom auskennt.

Ab 30. August 2024 habe ich dann umgestellt auf einen Beutel Testogel alle 2 Tage.

Zurzeit fühle ich mich mit dieser Einstellung gut versorgt, auch meine Werte sehen gut aus. Falls ich merke, es geht mir nicht so gut, nehme ich zwischendurch noch einen Beutel Gel extra.

Blutbild

Update Februar 2025

Ich nehme nun einen Beutel Testogel 50 mg und fühle mich ganz wohl. Wenn ich schwierige Dinge auf der Arbeit zu erledigen habe und ich mich davor nicht so gut fühle, nehme ich auch schon mal 2 Beutel Testogel, das ist aber Tagesformabhängig.

Am 07.04.2025 hatte ich eine Blutuntersuchung (welche ich beim Hausarzt selbst bezahle), um die für uns KSler wichtigen Blutwerte zu bekommen, welche da sind:

  • LH (Luteinisierendes Hormon)
  • FSH (Follikelstimulierendes Hormon)
  • Testosteron
  • Hämatokrit (Blutflüssigkeit)
  • DHT (Dilhydrotestosteron)
  • SHBG (Sexualhormon-bindendes-Globulin)
  • Inhibin B

Laut meinem Hausarzt hat das Labor leider nicht alle Blutwerte bestimmen können. Es wurden lediglich folgende Werte bestimmt:

  • FSH, basal (ECLIA) 22,7 IU/l Normwert (1.5 – 12.4 IU/l)
  • LH, basal 9,07 IU/l (1.70 -8.60 IU/l)
  • Testosteron gesamt 12,72 nmol/l (6,71 – 25,72 nmol/l)

Schubladendenken

Sie können sich sicher vorstellen, dass meiner Person gegenüber so etwas immer wieder passiert. Manchmal habe ich das früher auch gemacht, nur um dazu zugehören, was bei meinen „Eigenarten“ echt schwer ist. Nein, Ihr könnt beruhigt sein, ich mache das nicht mehr.

Die Inspiration einen Beitrag über dieses Thema zu schreiben bekam ich letztens durch eine Reportage in den Medien über die „Wahre Geschichte von Lady Gaga.“

Bedeutung: An starren Kategorien orientierten, undifferenzierten, engstirnigen Denkweisen festhalten.(https://unipress.oeh-salzburg.at/)

Wenn man eine Person kennenlernt, egal ob es auf der Arbeit oder im Privatleben geschieht, wird sie in eine Schublade gesteckt. Nehmen wir an es gibt einen Schrank und dort wiederum einige Schubladen, auf der einen steht, arrogant‘ auf einer anderen ‚sympathisch‘ eine andere mit der Aufschrift ‚typisch Mann‘ und so weiter. Und nun schieben wir diese Person, die wir gerade kennengelernt haben und kaum etwas über sie wissen, in diese Schubladen.

Ich nehme mal mich als Beispiel, Ich sehe männlich aus, also komme ich auch in die Schublade „typisch Mann„ dann bin ich vielleicht noch „sympathisch“ also rein damit.

Jetzt schauen wir uns mal die Bedeutung „Männlichkeit“ an.

Unter Wikipedia steht dazu folgendes: So gelten körperliche Größe, eine ausgeprägte Muskulatur, eine tiefe Stimme, breite Schultern, markante Gesichtszüge (insbesondere das Kinn) und eine starke Körperbehaarung (insbesondere der Brust) als typisch männliche Merkmale.

Die im westlichen Kulturkreis dem „Männlichen“ unausgesprochen oder ausgesprochen zugeschriebenen Stereotype sind:

  • (Körper-)Kraft – demgegenüber „weiblich“: (Körper-)Schwäche, Schönheit
  • markant, „eckig“ – demgegenüber „weiblich“: abgerundet, rund
  • rohe Sinnlichkeit – demgegenüber „weiblich“: Zartheit, ganzheitliche Erotik
  • Mut, Risikobereitschaft und Abenteuerlust – demgegenüber „weiblich“: Familiensinn, Furchtsamkeit, Zaghaftigkeit
  • Aggression im Sinne von aktivem Zupacken, Angriffslust bis hin zum Extrem: Gewaltbereitschaft – demgegenüber „weiblich“: Friedfertigkeit, Geduld, oder mentaler Widerstand beispielsweise in Gestalt von List
  • Führungsanspruch, Dominanz, Verlässlichkeit – demgegenüber „weiblich“: Duldsamkeit, Fügsamkeit, Wankelmut
  • Besonnenheit, Selbstbeherrschung, auch Gefühlskälte, Coolness – demgegenüber „weiblich“:  Impulsivität, Warmherzigkeit
  • technische und organisatorische Fähigkeiten – demgegenüber „weiblich“: soziale Kompetenzen
  • Rationalität, auch: Abstraktes Denken, Zielstrebigkeit, Eigensinn – demgegenüber „weiblich“: Einfühlsamkeit, Spontaneität, Anpassungsfähigkeit, Irrationalismus

Ok, seit dem ich Testosteron meinem Körper zuführe, habe ich markante Gesichtszüge bekommen, habe an Körperbehaarung zugelegt und auch meine Stimme hat sich verändert. Äußerlich passe ich in die männliche Schublade, aber was ist mit meiner Denkweise, mit meinem Inneren (seelisch)? Ich sehe mich da mehr auf der Frauenseite, da 89 % meiner Chromosomen ein zusätzliches X haben. Nun stecke ich aber in der „männlichen“ Schublade, was kann ich tun?

Wir haben alle solch einen Schrank mit Schubladen in welche wir Menschen stecken, ausschlaggebend für dieses Verhalten ist nicht die Intelligenz, sondern die Erfahrung, das Alter und sicher auch die Erziehung. In einer Schublade befinden sich viele nützliche Informationen zu einer Person, z. B. eine Vorstellung beziehungsweise eine Erwartung, wie diese Person sich verhalten soll oder eben nicht verhalten soll, dadurch entsteht eine vorgefertigte Meinung. Diese Vorstellungen einer Person sind meist falsch und unvollständig, zudem basiert sie meist auf Vorurteilen und Klischees, mit denen man anderen oft Unrecht tut und schadet und es schränkt unsere Toleranz und das Weitdenken enorm ein.

Speziell in der Arbeitswelt wäre es sehr wichtig, auf Klischees und Vorurteile zu verzichten. Ich erfahre es immer wieder, dass ich mich in der „typisch Mann Schublade“ befinde, obwohl ich innerlich mit meiner Denkweise, meinem Verhalten in bestimmten Situationen mehr Richtung Frau tendiere. Aber ich zähle mich nicht tendenziell zur weiblichen Natur, nein ich bin schon ein Mann nur halt vom Fühlen und Denken nicht.

Testosteron

Testosteronmangel beeinträchtigt psychische Gesundheit

Dass das Sexualhormon Testosteron auch zahlreiche Auswirkungen auf die männliche Psyche hat, war bisher wenig bekannt. Dabei kann sich männlicher Hypogonadismus in Symptomen wie Niedergeschlagenheit oder Schlafstörungen bis hin zu einer Depression manifestieren.

Auf körperlicher Ebene ist Testosteron beim Mann unter anderem für den Erhalt der Muskelstärke und die penile Erektion verantwortlich. Kommt es zu einem symptomatischen Testosteronmangel, also einem männlichen Hypogonadismus, kann sich dies in typischen Symptomen wie Libidomangel, reduzierte sexuelle Aktivität oder erektile Dysfunktion sowie in einer Abnahme der Muskelmasse oder einer Zunahme des viszeralen Fettgewebes äußern. Aber auch für die psychische Gesundheit des Mannes spielt Testosteron eine entscheidende Rolle. Zum einen ist das Hormon wichtig, um das psychische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, das als positive Stimmung und allgemein gute Lebensqualität wahrgenommen wird; zum anderen steigert Testosteron auch die Motivation und die Fähigkeit eines Individuums, sozialen Status zu erlangen und zu verteidigen.

Generelle Motivation und Streben nach sozialem Status

Häufig wurden die von Testosteron geförderten Verhaltensmuster unter dem Konzept „Dominanzverhalten“ zusammengefasst. Heute weiß man, dass sie aber deutlich differenzierter zu betrachten sind. So äußert sich ein höherer Testosteronspiegel beispielsweise im verlängerten direkten Ansehen des Gegenübers, einem erhöhten Redeanteil im ­Gespräch oder in einer selbstbewussten Körperhaltung.

In welchem Verhaltensmuster sich ein höherer Testosteronspiegel äußert, hängt auch maßgeblich von der Persönlichkeitsstruktur bzw. von der „Selbstauffassung“ des Individuums ab. Das psychologische Konzept der Selbstauffassung (self construal) bildet die Grundlage für Wettbewerbsverhalten, sozialen Status, Risikoakzeptanz und Selbstwertgefühl. So zeigten in einer Studie mit 400 teilnehmenden Männern mit pharmakologisch erhöhtem Testosteronspiegel und unabhängiger Selbstauffassung (der Fokus liegt auf der Abgrenzung von sich selbst zu anderen) weniger Kooperations-, gleichzeitig aber mehr Risikobereitschaft. Mit Testosteron behandelte Männer mit einer „interdependenten Selbstauffassung“ (hier liegt der Fokus auf der Beziehung zu anderen) versuchten dagegen eher zu kooperieren, um Hilfe zu erlangen.

Die klinische Evidenz zum Zusammenhang von ­Testosteron und Psyche ist zwar noch unvollständig, doch die bisherigen Daten machen deutlich, dass Testosteron bei Männern sowohl die Psyche als auch psychovegetative Funktionen stark beeinflussen kann. Leidet ein Mann unter Hypogonadismus, kann sich dies entsprechend negativ auf ­psychische Parameter auswirken. So kann es zu Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Müdigkeit, zu Schlafstörungen, einer Minderung der kognitiven Funktion oder auch zu Ängstlichkeit und Depression kommen. Die belastenden Symptome können die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken.

Da mein Körper nur sehr wenig Testosteron hergestellt hat bzw. eigenständig herstellt und ich dies leider erst 2018 inklusive der Zusammenhänge mit dem Klinefelter Syndrom erfahren habe, bin ich fast mein gesamtes Leben durch den Alltag gestolpert. Das Schlimmste war dabei immer zu denken, ich sei nicht normal. Diese Einstellung vermittelten mir aber auch sehr viele Menschen, die mir am Herzen lagen, selbst meine Mutter meinte immer ich solle doch die Zähne zusammen beißen und die Pobacken zusammen kneifen, wenn ich mal wieder Angst hatte zur Arbeit zu gehen. Bedauerlicherweise ist meine Mutter 2015 verstorben, ich konnte ihr daher nicht den Zusammenhang mit meinem Wesen und meinem Handeln erklären.

Hochsensibilität

Das Konzept der Hochsensibilität geht im Wesentlichen auf die US-amerikanische Psychotherapeutin Elaine N. Aron zurück. Sie definierte in einem Fachartikel von 1997 erstmals den Begriff „Highly Sensitive Person“ (HSP), und zwar auf Grundlage ihrer Forschungsarbeiten zur Sensitivität – auch sensorische Verarbeitungssensitivität („sensory-processing sensitivity“, SPS) genannt. Darunter versteht man die Empfindsamkeit eines Menschen gegenüber äußeren und inneren Reizen. Äußere Reize sind solche, die aus der Umwelt kommen, zum Beispiel Geräusche, Licht und Temperatur. Innere Reize stammen aus dem Körper selbst und umfassen aus psychologischer Sicht neben Wahrnehmungen wie Harndrang oder starkem Herzklopfen auch Gedanken und Gefühle (Wut, Traurigkeit, Aufregung, Freude etc.).

Die Sensitivität ist bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Übergänge sind fließend, aber es lassen sich drei Kategorien unterscheiden: Menschen mit niedriger, mittlerer und hoher Sensitivität. Letztere – von Aron als „highly sensitive persons“ bezeichnet – nehmen Reize intensiver wahr und verarbeiten sie möglicherweise auch anders als andere Menschen.

Das intensive Wahrnehmen und veränderte Verarbeiten von Reizen kann schnell zur Reizüberflutung führen: Der Gang durch den Supermarkt nach Feierabend, der für „normale“ Menschen höchstens nervig ist, kann hypersensible Menschen an ihre Grenze bringen – oder darüber hinaus. Die vielen Menschen, Wortfetzen, Kindergeschrei, Hintergrundmusik, Lichter, Farben, Gerüche – all das kann für Hochsensible zum Horrortrip werden und sie völlig erschöpfen.

Andererseits erlaubt die Überempfindlichkeit den Betroffenen oft ein genussvolles und intensiveres Empfinden von Schönem wie einem guten Essen, angenehmer Musik oder einer entspannenden Massage. Sie macht besonders feinfühlig, etwa was Stimmungen und Gefühle – eigene und die von Mitmenschen – betrifft. Nicht zuletzt kann sich Hypersensibilität positiv auf kreatives Schaffen auswirken.

Bei Menschen, die hochsensibel sind, von „Symptomen“ zu sprechen, ist eigentlich nicht richtig – Hochsensibilität ist ja keine Krankheit (siehe unten). Vielmehr besitzen die Betroffenen einfach besonders feine Antennen für das, was um sie herum oder in ihnen selbst vorgeht. Konkret zeichnen sich hochsensible Menschen durch Eigenschaften folgender Art aus:

  • Umweltbezogene Details werden bewusst stärker wahrgenommen, also zum Beispiel Geräusche und Lichter.
  • Sinnesreize werden intensiver verarbeitet.
  • Gefühlsreaktionen wie Trauer, Freude oder Mitgefühl sind stärker ausgeprägt.
  • Äußere Reize (z.B. die Enge in einem vollen Bus, Lichtorgel auf Partys, Geräusche im Großraumbüro) können Hochsensible schneller überfordern.

Nicht jeder Sinn muss gleichermaßen stark ausgeprägt sein, bei Hochsensibilität! Auf Lärm beispielsweise reagieren manche Hochsensible empfindlicher als andere.

Aufgrund ihrer Überempfindlichkeit brauchen hochsensible Menschen meist mehr Rückzugsräume und -phasen, um Eindrücke verarbeiten und sich von der Vielzahl an Reizen erholen zu können.

Wer inmitten „normal“ sensibler Menschen selber immer wieder durch Übersensibilität auffällt, empfindet sich schnell als „anders“ – und vielleicht sogar als lästiges Sensibelchen oder Sonderling. Das eigene Selbstwertgefühl kann sehr darunter leiden.

Andererseits nehmen Hochsensible oft ungewöhnlich schnell und gut Sorgen und Ängste bei Mitmenschen oder verborgene Konflikte in einer Gruppe wahr. Sie besitzen also eine ausgeprägte Empathie und ein gutes Gespür für Schwingungen und Dinge unter der Oberfläche – viel mehr als „normale“ Menschen.

Dabei darf man nicht vergessen: Hochsensibilität ist weder eine Schwäche oder ein Zeichen für mangelnde Robustheit noch eine außergewöhnliche Begabung oder Auszeichnung, die Betroffenen einen besonderen Status zwischen all den „normalen“, dickhäutigeren Menschen verleiht. Stattdessen ist sie einfach ein Persönlichkeitsmerkmal, genau gesagt eine höhere Ausprägung der allgemeinen Persönlichkeitseigenschaft Sensitivität. Und wie jede andere Ausprägung von Persönlichkeitseigenschaften kann auch die Hypersensibilität je nach Sichtweise und Situation einen Vor- oder Nachteil darstellen.