Kategorie: Allgemein
Geschützt: Kapitel 5: Überlagerungen
Geschützt: Kapitel 3: Atmosphäre
Kapitel 2: Verloren zwischen den Welten
Er wartete.
Nicht lange – zumindest glaubte er das. Doch in diesem Flur schien Zeit eine andere Bedeutung zu haben. Das Summen der Neonröhren wurde gleichmäßig, dann wieder unregelmäßig, als würde es atmen.
„Hallo?“ wiederholte er leiser.
Seine Stimme klang fremd. Zu dünn für den Raum, der sie verschluckte, bevor sie richtig entstehen konnte.
Er zwang sich, einen Schritt nach vorn zu machen.
Der Kies von draußen war längst verschwunden, ersetzt durch einen Bodenbelag, der weder neu noch alt wirkte. Eher… zeitlos. Jeder Schritt hallte zu spät nach, als würde der Klang erst nach ihm entscheiden, ob er existieren durfte.
Die erste Tür auf der linken Seite stand einen Spalt offen.
Er erinnerte sich nicht daran, ob sie das vorher auch getan hatte.
Langsam näherte er sich.
Drinnen: ein Büro. Stuhl, Schreibtisch, ein Computerbildschirm – schwarz. Alles wirkte bereit, benutzt zu werden, und gleichzeitig so, als hätte es seit Jahren niemand berührt.
Auf dem Tisch lag ein Blatt Papier.
Er griff es nicht sofort.
Stattdessen hatte er das Gefühl, dass etwas im Raum ihn daran hinderte, zu schnell zu handeln. Als würde jede Bewegung beobachtet werden – nicht von Augen, sondern von dem Ort selbst.
Schließlich nahm er das Blatt.
Darauf stand nur ein Satz:
„Du bist pünktlich. Das ist selten.“
Er schluckte.
„Ist hier jemand?“, fragte er erneut, diesmal schärfer.
Keine Antwort.
Doch als er sich umdrehte, war die Tür hinter ihm nicht mehr einen Spalt offen.
Sie war vollständig geöffnet.
Und der Flur wirkte länger.
Unmöglich länger.
Als hätte sich der Raum selbst gedehnt, während er nicht hingesehen hatte.
Ein kalter Hauch strich durch den Gang, obwohl kein Fenster offen war.
Er trat zurück in den Flur.
Die Neonlichter flackerten.
Einmal. Zweimal.
Dann blieb eines ganz aus.
In der plötzlichen Dämmerung sah er es zum ersten Mal deutlich:
Am Ende des Korridors stand eine Gestalt.
Reglos.
Zu weit entfernt, um Details zu erkennen – und doch eindeutig da.
Er blinzelte.
Für einen Sekundenbruchteil war sie verschwunden.
Dann wieder da.
Ein Schritt näher.
Oder hatte er sich bewegt?
Sein Herz schlug schneller.
„Das ist nicht lustig“, murmelte er, mehr zu sich selbst als zu irgendwem.
Die Antwort kam nicht in Worten.
Stattdessen ging das Licht hinter ihm aus.
Und als er sich ruckartig umdrehte, war die Tür zu dem Büro geschlossen.
Nicht nur geschlossen.
Sie hatte kein Schloss mehr.
Keinen Griff.
Nur eine glatte Wand, als wäre sie nie dort gewesen.
Der Flur war nun in völlige Stille getaucht.
Kein Summen.
Kein Echo.
Nur er.
Und die Gestalt am Ende des Ganges, die nun einen weiteren Schritt machte.
Diesmal war er sich sicher.
Sie kam näher.
Die Gestalt im Flur löste sich, als hätte sie sich nie entscheiden können, ob sie wirklich existieren wollte.
„Ben…?“
Fortsetzung folgt…….
Kapitel 1: Das Grauen kündigt sich an.
Es war ein schöner, warmer Septembermorgen. Die Straßen waren voller Fahrzeuge, ab und an rannten Menschen über die Fahrbahn, als würden sie gegen die Zeit selbst antreten. Er fuhr mit seinem Wagen zügig, aber nicht zu schnell durch die Landschaft, die sich langsam von der Enge der Stadt in offenere Straßen verwandelte.
Beim Warten an den Ampeln ließ er seinen Blick schweifen. Er beobachtete die Menschen um sich herum, versuchte, die Augen derjenigen einzufangen, die hastig über die Fußgängerüberwege eilten. Doch kaum jemand sah zurück. Die meisten waren gefangen in ihrer eigenen Eile, in Gedanken, die wichtiger schienen als ein flüchtiger Blickkontakt.
Es war sein erster Arbeitstag.
Das Gebäude, in dem er künftig arbeiten würde, lag am Rand der Stadt. Ein älterer Bau, unscheinbar zwischen moderneren Strukturen, fast so, als hätte man ihn einfach vergessen. Als er auf den Parkplatz einbog, fiel ihm auf, wie ruhig es plötzlich wurde. Kein Hupen, keine Stimmen – nur das leise Ticken des Motors, nachdem er den Wagen abgestellt hatte.
Er blieb einen Moment sitzen.
Irgendetwas fühlte sich… falsch an.
Nicht bedrohlich. Eher, als würde ein Ort ihn beobachten.
Er schüttelte den Gedanken ab, griff nach seiner Tasche und stieg aus. Der Kies unter seinen Schuhen knirschte unnatürlich laut, als wäre die Stille darum bemüht, jedes Geräusch hervorzuheben.
Am Eingang begegnete ihm niemand.
Die Glastür war nicht verschlossen.
Drinnen roch es nach etwas Altem. Nicht nach Staub – eher nach Zeit. Als hätte sich hier über Jahre hinweg etwas angesammelt, das man nicht einfach wegwischen konnte.
Ein Flur erstreckte sich vor ihm, lang und gerade, mit Türen auf beiden Seiten. Einige standen einen Spalt offen. Andere waren fest verschlossen.
Ganz am Ende des Ganges flackerte kurz das Licht.
Er blieb stehen.
„Hallo?“, rief er vorsichtig.
Keine Antwort.
Nur dieses leise Summen der Neonröhren – und für einen winzigen Moment war er sich sicher, dass sich eine der Türen… ganz langsam… weiter geöffnet hatte.
Ein zusätzliches X – eine Kurzgeschichte
Ich bin gerade dabei, eine Geschichte über eine für mich aufregende Zeit zu schreiben. Die Geschichte wird „fiktiv“ sein.
Es gibt schon die ersten Kapitelüberschriften. Teilweise sind auch schon Kapitel begonnen. Die ersten beiden Kapitel sind fertig.
Hier schon mal einige Überschriften:
- Das Grauen kündigt sich an;
- Verloren zwischen den Welten;
- Heute, Morgen, Gestern;
- Das „X“;
- Überlagerungen;
- Die Puppe mit den zwei Gesichtern
Falls Euch die Geschichte gefällt, lasst einfach einen Kommentar da.
Schubladendenken
Sie können sich sicher vorstellen, dass meiner Person gegenüber so etwas immer wieder passiert. Manchmal habe ich das früher auch gemacht, nur um dazuzugehören, was bei meinen „Eigenarten“ echt schwer ist. Nein, Ihr könnt beruhigt sein, ich mache das nicht mehr.
Die Inspiration, einen Beitrag über dieses Thema zu schreiben, bekam ich letztens durch eine Reportage in den Medien über die „Wahre Geschichte von Lady Gaga“.
Was ist eigentlich „Schubladendenken“?
Bedeutung: An starren Kategorien orientierte, undifferenzierte, engstirnige Denkweisen festhalten (https://unipress.oeh-salzburg.at/)
Wenn man eine Person kennenlernt, egal ob es auf der Arbeit oder im Privatleben geschieht, wird sie in eine Schublade gesteckt. Nehmen wir an, es gibt einen Schrank und dort wiederum einige Schubladen. Auf der einen steht ‚arrogant‘, auf einer anderen ‚sympathisch‘, eine andere mit der Aufschrift ‚typisch Mann‘ und so weiter. Und nun schieben wir diese Person, die wir gerade kennengelernt haben und kaum etwas über sie wissen, in diese Schubladen.
Ich nehme mal mich als Beispiel: Ich sehe männlich aus, also komme ich auch in die Schublade „typisch Mann“. Dann bin ich vielleicht noch „sympathisch“, also rein damit.
Jetzt schauen wir uns mal die Bedeutung von „Männlichkeit“ an.
Unter Wikipedia steht dazu Folgendes: So gelten körperliche Größe, eine ausgeprägte Muskulatur, eine tiefe Stimme, breite Schultern, markante Gesichtszüge (insbesondere das Kinn) und eine starke Körperbehaarung (insbesondere der Brust) als typisch männliche Merkmale.
Die im westlichen Kulturkreis dem „Männlichen“ unausgesprochen oder ausgesprochen zugeschriebenen Stereotype sind:
Eher physische Merkmale:
- (Körper-)Kraft – demgegenüber „weiblich“: (Körper-)Schwäche, Schönheit
- markant, „eckig“ – demgegenüber „weiblich“: abgerundet, rund
- rohe Sinnlichkeit – demgegenüber „weiblich“: Zartheit, ganzheitliche Erotik
Eher charakterliche Merkmale:
- Mut, Risikobereitschaft und Abenteuerlust – demgegenüber „weiblich“: Familiensinn, Furchtsamkeit, Zaghaftigkeit
- Aggression im Sinne von aktivem Zupacken, Angriffslust bis hin zum Extrem: Gewaltbereitschaft – demgegenüber „weiblich“: Friedfertigkeit, Geduld, oder mentaler Widerstand beispielsweise in Gestalt von List
- Führungsanspruch, Dominanz, Verlässlichkeit – demgegenüber „weiblich“: Duldsamkeit, Fügsamkeit, Wankelmut
- Besonnenheit, Selbstbeherrschung, auch Gefühlskälte, Coolness – demgegenüber „weiblich“: Impulsivität, Warmherzigkeit
Eher mentale Merkmale:
- technische und organisatorische Fähigkeiten – demgegenüber „weiblich“: soziale Kompetenzen
- Rationalität, auch: Abstraktes Denken, Zielstrebigkeit, Eigensinn – demgegenüber „weiblich“: Einfühlsamkeit, Spontaneität, Anpassungsfähigkeit, Irrationalismus
Okay, seitdem ich Testosteron meinem Körper zuführe, habe ich markante Gesichtszüge bekommen, habe an Körperbehaarung zugelegt und auch meine Stimme hat sich verändert. Äußerlich passe ich in die männliche Schublade, aber was ist mit meiner Denkweise, mit meinem Inneren (seelisch)? Ich sehe mich da mehr auf der Frauenseite, da 89 % meiner Chromosomen ein zusätzliches X haben. Nun stecke ich aber in der „männlichen“ Schublade, was kann ich tun?
Warum denken Menschen in Schubladen?
Wir haben alle solch einen Schrank mit Schubladen, in welche wir Menschen stecken. Ausschlaggebend für dieses Verhalten sind nicht die Intelligenz, sondern die Erfahrung, das Alter und sicher auch die Erziehung. In einer Schublade befinden sich viele nützliche Informationen zu einer Person, z. B. eine Vorstellung beziehungsweise eine Erwartung, wie diese Person sich verhalten soll oder eben nicht verhalten soll. Dadurch entsteht eine vorgefertigte Meinung. Diese Vorstellungen einer Person sind meist falsch und unvollständig, zudem basiert sie meist auf Vorurteilen und Klischees, mit denen man anderen oft Unrecht tut und schadet und es schränkt unsere Toleranz und das Weitdenken enorm ein.
Speziell in der Arbeitswelt wäre es sehr wichtig, auf Klischees und Vorurteile zu verzichten. Ich erfahre es immer wieder, dass ich mich in der „typisch-Mann-Schublade“ befinde, obwohl ich innerlich mit meiner Denkweise und meinem Verhalten in bestimmten Situationen mehr Richtung Frau tendiere. Aber ich zähle mich nicht tendenziell zur weiblichen Natur, nein, ich bin schon ein Mann, nur halt vom Fühlen und Denken nicht.

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