Es war ein schöner, warmer Septembermorgen. Die Straßen waren voller Fahrzeuge, ab und an rannten Menschen über die Fahrbahn, als würden sie gegen die Zeit selbst antreten. Er fuhr mit seinem Wagen zügig, aber nicht zu schnell durch die Landschaft, die sich langsam von der Enge der Stadt in offenere Straßen verwandelte.
Beim Warten an den Ampeln ließ er seinen Blick schweifen. Er beobachtete die Menschen um sich herum, versuchte, die Augen derjenigen einzufangen, die hastig über die Fußgängerüberwege eilten. Doch kaum jemand sah zurück. Die meisten waren gefangen in ihrer eigenen Eile, in Gedanken, die wichtiger schienen als ein flüchtiger Blickkontakt.
Es war sein erster Arbeitstag.
Das Gebäude, in dem er künftig arbeiten würde, lag am Rand der Stadt. Ein älterer Bau, unscheinbar zwischen moderneren Strukturen, fast so, als hätte man ihn einfach vergessen. Als er auf den Parkplatz einbog, fiel ihm auf, wie ruhig es plötzlich wurde. Kein Hupen, keine Stimmen – nur das leise Ticken des Motors, nachdem er den Wagen abgestellt hatte.
Er blieb einen Moment sitzen.
Irgendetwas fühlte sich… falsch an.
Nicht bedrohlich. Eher, als würde ein Ort ihn beobachten.
Er schüttelte den Gedanken ab, griff nach seiner Tasche und stieg aus. Der Kies unter seinen Schuhen knirschte unnatürlich laut, als wäre die Stille darum bemüht, jedes Geräusch hervorzuheben.
Am Eingang begegnete ihm niemand.
Die Glastür war nicht verschlossen.
Drinnen roch es nach etwas Altem. Nicht nach Staub – eher nach Zeit. Als hätte sich hier über Jahre hinweg etwas angesammelt, das man nicht einfach wegwischen konnte.
Ein Flur erstreckte sich vor ihm, lang und gerade, mit Türen auf beiden Seiten. Einige standen einen Spalt offen. Andere waren fest verschlossen.
Ganz am Ende des Ganges flackerte kurz das Licht.
Er blieb stehen.
„Hallo?“, rief er vorsichtig.
Keine Antwort.
Nur dieses leise Summen der Neonröhren – und für einen winzigen Moment war er sich sicher, dass sich eine der Türen… ganz langsam… weiter geöffnet hatte.
