Sie können sich sicher vorstellen, dass meiner Person gegenüber so etwas immer wieder passiert. Manchmal habe ich das früher auch gemacht, nur um dazu zugehören, was bei meinen „Eigenarten“ echt schwer ist. Nein, Ihr könnt beruhigt sein, ich mache das nicht mehr.
Die Inspiration einen Beitrag über dieses Thema zu schreiben bekam ich letztens durch eine Reportage in den Medien über die „Wahre Geschichte von Lady Gaga.“
Was ist eigentlich „Schubladendenken“?
Bedeutung: An starren Kategorien orientierten, undifferenzierten, engstirnigen Denkweisen festhalten.(https://unipress.oeh-salzburg.at/)
Wenn man eine Person kennenlernt, egal ob es auf der Arbeit oder im Privatleben geschieht, wird sie in eine Schublade gesteckt. Nehmen wir an es gibt einen Schrank und dort wiederum einige Schubladen, auf der einen steht, arrogant‘ auf einer anderen ‚sympathisch‘ eine andere mit der Aufschrift ‚typisch Mann‘ und so weiter. Und nun schieben wir diese Person, die wir gerade kennengelernt haben und kaum etwas über sie wissen, in diese Schubladen.
Ich nehme mal mich als Beispiel, Ich sehe männlich aus, also komme ich auch in die Schublade „typisch Mann„ dann bin ich vielleicht noch „sympathisch“ also rein damit.
Jetzt schauen wir uns mal die Bedeutung „Männlichkeit“ an.
Unter Wikipedia steht dazu folgendes: So gelten körperliche Größe, eine ausgeprägte Muskulatur, eine tiefe Stimme, breite Schultern, markante Gesichtszüge (insbesondere das Kinn) und eine starke Körperbehaarung (insbesondere der Brust) als typisch männliche Merkmale.
Die im westlichen Kulturkreis dem „Männlichen“ unausgesprochen oder ausgesprochen zugeschriebenen Stereotype sind:
Eher physische Merkmale:
- (Körper-)Kraft – demgegenüber „weiblich“: (Körper-)Schwäche, Schönheit
- markant, „eckig“ – demgegenüber „weiblich“: abgerundet, rund
- rohe Sinnlichkeit – demgegenüber „weiblich“: Zartheit, ganzheitliche Erotik
Eher charakterliche Merkmale:
- Mut, Risikobereitschaft und Abenteuerlust – demgegenüber „weiblich“: Familiensinn, Furchtsamkeit, Zaghaftigkeit
- Aggression im Sinne von aktivem Zupacken, Angriffslust bis hin zum Extrem: Gewaltbereitschaft – demgegenüber „weiblich“: Friedfertigkeit, Geduld, oder mentaler Widerstand beispielsweise in Gestalt von List
- Führungsanspruch, Dominanz, Verlässlichkeit – demgegenüber „weiblich“: Duldsamkeit, Fügsamkeit, Wankelmut
- Besonnenheit, Selbstbeherrschung, auch Gefühlskälte, Coolness – demgegenüber „weiblich“: Impulsivität, Warmherzigkeit
Eher mentale Merkmale:
- technische und organisatorische Fähigkeiten – demgegenüber „weiblich“: soziale Kompetenzen
- Rationalität, auch: Abstraktes Denken, Zielstrebigkeit, Eigensinn – demgegenüber „weiblich“: Einfühlsamkeit, Spontaneität, Anpassungsfähigkeit, Irrationalismus
Ok, seit dem ich Testosteron meinem Körper zuführe, habe ich markante Gesichtszüge bekommen, habe an Körperbehaarung zugelegt und auch meine Stimme hat sich verändert. Äußerlich passe ich in die männliche Schublade, aber was ist mit meiner Denkweise, mit meinem Inneren (seelisch)? Ich sehe mich da mehr auf der Frauenseite, da 89 % meiner Chromosomen ein zusätzliches X haben. Nun stecke ich aber in der „männlichen“ Schublade, was kann ich tun?
Warum denken Menschen in Schubladen?
Wir haben alle solch einen Schrank mit Schubladen in welche wir Menschen stecken, ausschlaggebend für dieses Verhalten ist nicht die Intelligenz, sondern die Erfahrung, das Alter und sicher auch die Erziehung. In einer Schublade befinden sich viele nützliche Informationen zu einer Person, z. B. eine Vorstellung beziehungsweise eine Erwartung, wie diese Person sich verhalten soll oder eben nicht verhalten soll, dadurch entsteht eine vorgefertigte Meinung. Diese Vorstellungen einer Person sind meist falsch und unvollständig, zudem basiert sie meist auf Vorurteilen und Klischees, mit denen man anderen oft Unrecht tut und schadet und es schränkt unsere Toleranz und das Weitdenken enorm ein.
Speziell in der Arbeitswelt wäre es sehr wichtig, auf Klischees und Vorurteile zu verzichten. Ich erfahre es immer wieder, dass ich mich in der „typisch Mann Schublade“ befinde, obwohl ich innerlich mit meiner Denkweise, meinem Verhalten in bestimmten Situationen mehr Richtung Frau tendiere. Aber ich zähle mich nicht tendenziell zur weiblichen Natur, nein ich bin schon ein Mann nur halt vom Fühlen und Denken nicht.
