Mobbing am Arbeitsplatz

Eine einzelne Person steht am Ende eines langen, leeren Büroflurs im gedämpften Licht

Mein Leben mit dem Klinefelter-Syndrom

Mobbing am Arbeitsplatz


Mobbing ist ein Zerstörungsprogramm, das nicht nur psychische, sondern auch körperliche Schäden verursachen kann.

01 — Warum dieses Thema


Warum ich darüber spreche

Warum ich dieses Thema anspreche? Zum einen wurde ich als Außenseiter schon mehrfach gemobbt. Zum anderen kenne ich Menschen, denen es ebenso geht.

Das Thema ist so umfassend, dass es eigentlich eine eigene Internetseite verdient hätte. Deshalb kann und möchte ich es hier nur anschneiden.

02 — Definition


Was Mobbing am Arbeitsplatz bedeutet

Unter Mobbing am Arbeitsplatz versteht man:

  • eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz, unter Kolleginnen und Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der
  • die angegriffene Person unterlegen ist und
  • eine oder mehrere Personen sie systematisch und über einen längeren Zeitraum hinweg direkt oder indirekt angreifen,
  • mit dem Ziel und/oder der Wirkung, sie auszugrenzen,
  • und die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt.

Solche Handlungen wirken sich oft negativ auf das Arbeits- und Leistungsverhalten der Betroffenen aus. Mobbing lässt sich als „Krieg am Arbeitsplatz“ beschreiben: als gezielte Erniedrigung durch offene Anfeindungen, grobe Scherze, Entwürdigungen, Beleidigungen oder Psychoterror.

03 — Folgen und Symptome


Wenn die Seele und der Körper leiden

Zu den psychischen Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz können Depressionen, Angstzustände und psychosomatische Störungen wie Schlaflosigkeit oder Magenschmerzen gehören.

Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Angst und Nervosität im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz
  • Verhaltensänderungen wie Rückzug, Isolation oder erhöhte Aggressivität
  • Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder Schlafstörungen
  • Niedriges Selbstwertgefühl, Selbstzweifel und sinkendes Selbstvertrauen
  • Emotionale Instabilität, zum Beispiel häufige Stimmungsschwankungen
  • Verminderte Arbeitsleistung und Konzentrationsprobleme

04 — Meine Erfahrung


Von der Schule bis in die Lehre

Zum ersten Mal mit Mobbing konfrontiert wurde ich in der Schule. Benennen kann ich das allerdings erst heute, denn damals war es mir weder bekannt noch bewusst. Später wurde ich auch in meiner Ausbildung gemobbt. Der Grund dafür war wahrscheinlich meine Schüchternheit und dass ich mich nicht wehren konnte. Mir fehlte das Testosteron, um mich (verbal) schlagkräftig zu zeigen.

Eine gut verständliche Erklärung dessen, was Mobbing ausmacht, habe ich hier gefunden: https://klexikon.zum.de/wiki/Mobbing

Mobbing heißt: Mehrere machen einer einzelnen Person das Leben schwer. Sie wird andauernd belästigt, beschimpft oder auf andere Weise geärgert. Typisch ist es, Falsches über jemanden zu behaupten, ihn ständig zu kritisieren oder absichtlich nicht mehr mit ihm zu sprechen.

Es gibt verschiedene Formen des Mobbings. Hier möchte ich auf das Mobbing am Arbeitsplatz eingehen. Ich denke, fast jeder von uns hat es schon einmal erlebt oder erlebt es leider noch immer.

05 — Fallbeschreibung


Mobbing im Kollegenkreis eines Referats

Ausgangssituation

In meinem Referat gibt es seit etwa vier Jahren einen sehr schweren Fall von Mobbing zwischen Kolleginnen. Eine Kollegin gönnt einer anderen den Dienstposten nicht, obwohl sie selbst die erforderlichen Qualifikationen dafür nicht besitzt. Im Laufe der Zeit hat sich das Mobbing stark verschärft.

Auswirkungen auf die gemobbte Kollegin

Wegen des Mobbings ist die betroffene Kollegin häufig krankgeschrieben. Ihre Abwesenheit führt jedoch zu weiteren Gerüchten und Kritik: Es heißt, sie könne die Aufgaben des Dienstpostens wegen der Krankmeldungen nicht erfüllen. Das verschlimmert die Lage und erzeugt eine negative Spirale.

Dynamik innerhalb des Teams

Besonders problematisch ist, dass die mobbende Kollegin eine starke „Anziehungskraft“ auf die anderen Kolleginnen im Referat ausübt, sodass diese sich dem Mobbing anschließen. Die Referatsleitung kennt die Situation, hat bisher jedoch keine Maßnahmen ergriffen.

Persönliche Betroffenheit

Ich arbeite zwar nicht direkt mit den Betroffenen zusammen, habe aber wegen meines guten Verhältnisses zur gemobbten Kollegin selbst Mobbing erfahren. Auch eine neue Kollegin, die aus demselben Einzugsgebiet stammt wie die mobbende Kollegin, wurde in das Mobbing hineingezogen.

06 — Folgen und Ausblick


Zwischen Ausgrenzung und Hoffnung

Gruppendruck und Ausgrenzung

Im Referat scheint es eine unausgesprochene Regel zu geben: Wer dazugehören will, muss sich dem Verhalten der mobbenden Kollegin anschließen. Ich habe mich dagegen gewehrt und werde seitdem ausgegrenzt und diffamiert. Sogar die Gleichstellungsbeauftragte nimmt keine objektive Haltung ein, sondern unterstützt das Mobbing indirekt.

Persönliche Folgen

Das Mobbing hat bei mir psychosomatische Beschwerden ausgelöst, die auch im Homeoffice und bei geringerer Präsenz im Referat nicht verschwinden. Mein Vertrauen wurde wiederholt missbraucht. Das fällt mir trotz der negativen Erfahrungen schwer zu überwinden, weil ich stets das Gute im Menschen sehe.

Positive Entwicklung

Trotz der schwierigen Lage gibt es einen Lichtblick: Ich konnte die Referatsleitung dazu bewegen, sich intensiver mit dem Thema Mobbing zu befassen. Auch die seit Jahren gemobbte Kollegin hat den Mut gefunden, das Thema gemeinsam mit mir beim Personalrat anzusprechen.

Ausblick

Wir hoffen, durch die Sensibilisierung aller Mitarbeiterinnen ein besseres Arbeitsklima zu schaffen. Skeptisch sind wir allerdings, ob die Haupttäterin ihre Schuld einsieht: Sie konnte seit etwa 20 Jahren weitgehend unbehelligt handeln und wirkt verbittert.